Lagern auf der Turnierwiese 2017
"Die Bewerbungsfrist ist abgelaufen. Alle Gruppen, die sich für 2017 beworben haben, bekommen in diesem Jahr auch einen Platz. Die nächste Bewerbungsfrist startet im Frühjahr 2018."
Tourist-Information
Verkehrsverein Rheingrafenstein e.V.

Berliner Straße 60
55583 Bad Münster am Stein-Ebernburg
Telefon 06708 - 641 78 0
www.bad-muenster-am-stein.de
Die Geschichte der Ebernburg
Die Ebernburg soll im 11. Jahrhundert von den Saliern erbaut worden sein, wofür es jedoch keine Anhaltspunkte gibt. Der Grund, warum die Machthaber damals hier eine Burg erbauen ließen, ist recht ein-leuchtend, wenn man sich die strategisch überaus wichtige Schlüssellage der Ebern-burg am Schnittpunkt mehrerer wichtiger Heer- und Handelsstraßen vor Augen hält.

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Pressebericht 2015

Bad Münster am Stein-Ebernburg: Zeitreise ins Mittelalter
Ritterturnier gegen Erzbischof von Köln
Von Beate Vogt-Gladigau

BAD MÜNSTER AM STEIN-EBERNBURG - Wenn die Sprache derb wird, mit Unflätigkeiten und Schlüpfrigkeiten gespickt ist, wenn die Pizza Ritterfladen heißt und viel „Atzung“ dem Namen nach aus dem klösterlichen Rezeptbuch stammt, dann ist das Mittelalter beim Markt gleichen Namens im historischen Flecken Ebernburg und auf der Turnierwiese eingekehrt.
Mehr als 200 Akteure in historischen Gewändern sorgten beim 29. Spektakel für die Lustbarkeit von Edlen und Gemeinen, Hochwohlgeborenen und Hörigen. Dafür hatten der Magister Spectaculi, der edle Herre Frank Kaldenbach, seine emsigen Mitstreiter und der Präses der Gästezunft, Stefan Köhl, viel Zeit und Nerven investiert.


Ein Erlebnis waren schon die Eröffnungen, wenn Herold Michl von Aragon prominenten Maiden und Jünglingen von hoher Herkunft vorhielt, sich doch endlich den „Weinstein“ aus den Augen zu reiben und prüfte, ob der Duft der Tavernen abgespült war. Schließlich sind für diese Zeitreise im Flecken Ebernburg die besten Speluden der Welt aufgetrieben worden, die honigsüße Klänge oder die von jammernden Katzen in die Lauschklappen der gaffenden Menge bliesen. Gleich ein Dutzend spielte insgesamt 60 Stunden lang. Bei zwei großen Konzerten trumpften die beiden Mittelalter-Bands „Triskilian“ und „Ranunculus“ ganz groß auf. Sie erhielten viel Händeklappern.
Geld ausgeben, solange es noch etwas wert ist
Kess ging die Praeses Civium, Ortsvorsteherin Bettina Mackeprang, darauf ein, dass sich der Ort nach Osten hin erheblich erweitert habe. Die Neubürger aus dem neuen Stadtteil Bad Kreuznach seien im Prinzip friedlich. Aber sie „sind etwas zögerlich, wenn es darum geht, für unsere Gemarkung den Geldbeutel zu öffnen. Doch bis zum nächsten Markt sollten wir ihnen diese Flausen ausgetrieben haben!“ Das Volk, das durch den historischen Flecken Ebernburg flaniert, sollte aber keineswegs geizig sein, „zum Wohle der Wirtsleut’, Handwerker und Hökerer!“ Selbst der Herold riet, nicht auf „Brüsseler Goldrandtaler“ zu setzen, sondern das Geld auf dem Markt auszugeben, solange es noch etwas wert ist. Die edle Bettina Mackeprang verkündete zudem die Marktregularien. Eine davon: Blähungen des Leibes übertönt der Mann mit angemessenem Hüsteln.


Neben den Magiern der Worte oder den Handwerkszünften gab es auch so manch dubiose Gestalt wie den Bettler Sven oder Dr. Dr. Dr. Bombastus, der hoffte, dass das Volk von Ebernburg nur „leidliche“ Krankheiten hat, da seine medizinischen Kenntnisse im Alter nachlassen. In seinem Schlepptau stets Bruder Leonardo, der mit zunehmenden Jahren immer mehr Spaß daran findet, den Messwein zu prüfen.
Lebendige Geschichtsstunde
Bunt war wieder die Schar der Handwerker, Magier oder so genannter Meister der Geisteswissenschaften wie „Uwe“, ein ausgebildeter Jünger von Gutenberg und der einzige Vornamenskundige im Land. Neu war der Sturm der Landsknechtsgruppen aus Bretten und Oberderdingen auf die Ebernburg, und zwar so, wie sie zur Zeit des Franz von Sickingen hätte sein können. Ungeheuerlich war der Lärm der Kanonen und der Handfeuerwaffen, die mit Schwarzpulver gestopft waren. Für die Gruppen war dieser Sturm bergan übrigens ein Experiment und eine Premiere, verriet Köhl, dessen Idee diese lautstarke Aktion war. Denn beide Gruppen hatten bisher nur in der Ebene gestürmt oder angegriffen.
Als lebendige Geschichtsstunde war das Ritterturnier gestaltet. Choreograf und Moderator war Michael Cornély – Lehrer für Geschichte, Englisch und darstellendes Spiel. Die Story spielte in der königslosen Interregnumszeit (1268 bis '79), als ein Rechtsvakuum entstand, der Erzbischof von Köln, Siegfried von Westerburg, sich die Ländereien an der Nahe einschließlich der Ebernburg aber einverleiben wollte. Der Rheingraf, der zwar kurz danach „ermeuchelt“ wird, forderte den Erzbischof zu einem Turnier heraus. Sieger waren die Mannen des Rheingrafen. Und daher blieb die Ebernburg das, was sie war – die Ebernburg und wurde nicht zu Klein-Köln. Das Volk, das rund um das Geviert auf den Hinterbacken saß, brach in Jubel aus.

Quelle: Allgemeine Zeitung

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Letzte Aktualisierung am Donnerstag den 11. Mai 2017
 
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