MITTELALTERFEST Veranstaltungsleiterin Leibenath zieht positive Bilanz
Rittertafel noch nie so lang
Auch beim 23. Mittelalterlichen Markt Ebernburg ist die Erfolgsgeschichte des Spektakulums im Flecken unter der Burg und auf der Turnierwiese fortgeschrieben worden. Rund 30000 Besucher waren gekommen, schätzt Veranstaltungsleiterin Nicole Leibenath, die an den drei Markttagen in die Rolle der "liebreizenden Marktvögtin" geschlüpft war, wie sie der Herold gerne umschmeichelte.

Bild: Nicole Leibenath und Michael Cornély
Die wachsende Anzahl historisch Gewandeter unter den Besuchern hat die Einnahmen geringfügig reduziert, aber das Bild in den Gassen belebt. Während am Freitag ein leichtes Plus und am Samstag ein Boom zu verzeichnen war, ist die Bilanz durch den Sonntag mit gewittrigen Regengüssen leicht getrübt worden.

Die Mischung des Programms, der Spielleute, der Handwerker und Händler war eine gelungene Mixtur, die bei den Mittelalterfans höchst willkommen war. Viele der Besucher schätzen an der mittelalterlichen Atmosphäre die Entschleunigung als Ausgleich in der Freizeit zum temporeichen und hochtechnisierten Zeitgeist, hat Leibenath erfahren. Dieser Trend nimmt zu, und "der Markt hat Zukunft" ist sie überzeugt.

Vielleicht ist es dem neuen Stadtrat oder dem Wahlkampf zu schulden, dass sich so viele Ehrengäste bei der offiziellen Eröffnung blicken ließen. Jedenfalls war die Rittertafel, an der sich die Honoratioren beim Schmause labten, noch nie so lang wie in diesem Jahr.

Bild: Klaus Dieter Härtel und Fritz Rudolf Körper
Auch die Live-Konzerte hatten den Geschmack des Publikums getroffen. "Dunkelschön" hatte die Fangemeinde mitgebracht. Die Kombination von mittelalterlichen und modernen Instrumenten einschließlich elektronischer Verstärkung sei zwar ein Experiment gewesen, gibt Leibenath zu, aber es ist akzeptiert worden. Dafür traten dann am nächsten Abend "Verres Arcis" unplugged auf. Die Newcomer mit Christian Rapp aus Ebernburg hatten ein Heimspiel. Durch ihr Engagement und als Stimmungsmacher kamen sie ohne Zugaben nicht von der Bühne.

Waren diese beiden Konzerte schon von unterschiedlichem musikalischen Charakter, so war durch die mystische Musik mit Harfe und Gesang von Sabine Hornung bei vielen Kerzen in der alten Wehrkirche eine dritte Gattung vertreten, die viel Beifall fand.
Ein neues Wort ist auf dem diesjährigen Mittelalterlichen Markt geprägt worden: Ebernburger-Sound. Denn wie die Mitglieder der Musikgruppen erzählten, gibt es das sonst auf mittelalterlichen Märkten nicht, dass alle Gruppen nicht nur einzeln, sondern auch gemeinsam spielen. Das Hörerlebnis ist beeindruckend.
Mit rund 800 Akteuren waren Zeltstadt und Heerlager auf den Nahewiesen beim Turnierplatz rekordverdächtig. Immer mehr Besucher suchen dieses Terrain mit vielen Attraktionen auf und bleiben auch noch lange nach Ende des Turniergeschehens.

Und das war beim 23. Markt wieder eine packende spannungsgeladene Geschichte, bei der die "Ritter der Burg Satzvey" auch ausgezeichnetes schauspielerisches Talent neben großem Können in verwegenen Stunts an den Tag legten. Vor allem Familien mit Kindern gehören zu den Stammgästen, die die einzelnen Darsteller mittlerweile kennen, sie aber immer wieder in anderen Rollen und unterschiedlichen Handlungen bewundern. |